Die ketogene Diät

Die ketogene Diät ist eine Ernährungsform die sich auf Nahrungsfette konzentriert. Bis zu 90 Prozent der Lebensmittelauswahl besteht dabei aus Fetten. Im Vergleich: Gängige Ernährungsformen weisen einen Fettanteil von lediglich 30-40 Prozent auf.

Ketogene Diät

Wie funktioniert die ketogene Diät

Durch eine ketogene Ernährung wird der Körper nach kurzer Zeit in den sogenannten Hungerstoffwechsel versetzt. Zur Energiegewinnung nutzt er in diesem Zustand keine Glukose-Moleküle aus Kohlenhydraten, sondern baut Fettmoleküle zu sogenannten Ketonkörpern um. Ketonkörper werden in der Leber gebildet. Zu den wichtigsten Substraten zählen Azetoazetat, ß-Hydroxylbutyrat und Aceton. Diese werden aus den über die Nahrung aufgenommenen Fetten gebildet. Alle Zellen im menschlichen Organismus können Fette als Energiekörper nutzen. Da das Gehirn jedoch nur Energie in Form von Glukose nutzen kann, sind Ketonkörper als Ersatzstoff nötig. Hier gibt es weitere Informationen zur ketogenen Diät.

Die Herstellung von Ketonkörpern nimmt mehr Zeit in Anspruch als die Gewinnung von Energie aus Glukose. Daher kann es vor allem zu Beginn der ketogenen Diät zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche kommen. Nach etwa drei bis fünf Tagen ist der Körper an die Umstellung auf Ketonkörper gewöhnt, sodass diese negativen Begleiterscheinungen abklingen.

Die ketogene Diät ist eine anerkannte Therapieform von kindlicher Epilepsie. Da Ketonkörper langsamer wirken als Energie in Form von Glukose, wird die Anfallstätigkeit bei 1/3 der Betroffenen deutlich gesenkt. 1/3 bleibt sogar ein Leben lang anfallsfrei und muss keine weiteren Medikamente einnehmen. Bei einem weiteren Drittel zeigt die Diät jedoch keinen Nutzen.

Ketogene Diäten werden außerdem zur Therapie von Krebs eingesetzt. Diese Therapie ist jedoch bisher zu geringfügig wissenschaftlich fundiert und sollte daher nur als Kombination zu gängigen Therapien angewendet werden. Die Grundannahme zu dieser Funktionsweise erklärt sich durch den sogenannten Warburg-Effekt. Otto Warburg, Mediziner und Biochemiker, entdeckte 1928, dass Tumorzellen weit mehr Glukose zur Energiegewinnung benötigen als gesunde Zellen. Durch eine Abnahme der Glukose in Form von Kohlenhydraten aus der Nahrung können Tumorzellen sozusagen ausgehungert werden.

Ketogene Diät & Sport

Außerdem kann sich eine ketogene Diät für Sportler positiv auswirken, da eine fettbasierte Diät die Leistung steigern kann. Weiterhin gibt es zahlreiche Erfolgsberichte über eine Gewichtsabnahme im Zusammenhang mit ketogenen Ernährungsformen. Durch die sehr eingeschränkte Zufuhr von Kohlenhydraten bei dieser Diät, greift der Körper zur Energiebereitstellung die Fettreserven an. Eine zusätzliche Gewichtsreduktion kann durch den entwässernden Effekt dieser Diät erzielt werden. Da bei der ketogenen Ernährung Glukosespeicher abgebaut werden, die gleichzeitig als Wasserreserve dienen, wird Gewicht in Form von Wasser verloren. Zusätzlich wird durch die Einsparung von Kohlenhydraten der Insulinspiegel gesenkt. In der Folge werden starke Schwankungen des Blutzuckers vermieden, was sich positiv auf das Hungergefühl auswirkt.

Risiken

Die ketogene Ernährungsform weist jedoch auch einige Risiken auf. Durch die starke Konzentration auf Fett in der Diät, steigt der Anteil an tierischen Produkten in der Ernährung. Ein steigender Verzehr tierischer Fette wird positiv mit einem hohen Cholesterinspiegel assoziiert und kann negative Folgen auf das Herz-Kreislaufsystem haben. Zusätzlich wird die Niere stärker belastet, was zur Bildung von Nierensteinen beitragen kann. Weiterhin zieht die sehr fettreiche Ernährung für einige Menschen eine starke Einschränkung der Lebensqualität nach sich. Die meisten Produkte in Restaurants und Cafés sind auf eine eher kohlenhydratreiche Ernährung ausgelegt, weshalb eine ketogene Diät einen stetigen Verzicht bedeutet. Außerdem kann eine sehr fettreiche Ernährung für das Magen-Darm-System sehr belastend sein. Einige Personen reagieren mit Krämpfen und starkem Durchfall.

 

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